Ein abgetriebenes Baby stirbt schluchzend in den Armen seiner Mutter

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Photo by 🇸🇮 Janko Ferlič on Unsplash


Ich bin auf eine Geschichte gestoßen, die Anfang Sommer 2018 in der britischen Zeitung „The Bolton News“ veröffentlicht wurde unter dem Titel: „Abgetriebenes Baby starb im Royal Bolton Hospital in den Armen seiner Mutter“ Die Details der Geschichte werden Pro-Life-Aktivisten nicht unbekannt sein.

Die Reaktionen fast aller Beteiligten an diesem tragischen Fall sind ein erschreckendes Beispiel dafür, wie eine Kultur, die ihre Kinder tötet, dadurch verhärtet und gefühllos wird (Hervorhebungen von uns):

Obwohl sie die schwere Entscheidung erst spät getroffen hatte, ihre Schwangerschaft wegen angeborener Anomalien des Kindes abzubrechen, brachte Sofia Khan einen lebenden, wimmernden Jungen zur Welt. Bei einer Untersuchung in Bolton hatte Frau Khan, eine Verkäuferin aus Haulgh/Bolton, etwa in der 21. Schwangerschaftswoche erfahren, dass ihr Baby Spina bifida (eine Spaltung der Wirbelsäule) hatte.

Nachdem sie mit ihrem Ehemann Shakeel Ahmed gesprochen und sie verschiedene Optionen mit den Ärzten besprochen hatten, wurde die Entscheidung getroffen, die Schwangerschaft zu beenden. Frau Khan begab sich ins St. Mary‘s Hospital in Manchester, um einen Eingriff vorzunehmen, der das Leben des Babys beenden sollte.

Dies beinhaltete die Injektion einer Chemikalie in die Nabelschnur und erfolgte am 16. Februar durch Dr. Philip Bullen. Dieser sagte dem stellvertretenden Gerichtsmediziner Simon Nelson: „Ich war extrem geschockt, als ich hörte, was passiert war … Ich war fassungslos, denn die Prozedur war genau so verlaufen, wie wir es uns gewünscht hatten, nämlich völlig reibungslos.“

Dr. Bullen sagte, er habe zunächst das Herz abgehört, aber keinen Herzschlag hören können. Dann habe er Frau Khan ins Royal Bolton Hospital geschickt, wo dann die Wehen eingeleitet wurden. Er fügte hinzu, dass nach dem Tod von Mohammed nun neue Richtlinien erstellt worden seien, die das Abhören des Herzens für einen längeren Zeitraum vorsehen

[…]

Nachdem die Geburt eingeleitet worden war, setzten bei Frau Khan am späten Freitagabend die Wehen ein, und das Baby Mohammed Rehman Ahmed wurde am 17. Februar in der Früh geboren. Frau Khan erzählte, wie sie es weinen hörte. „Ich konnte es nicht glauben“, sagte sie.

Frau Grundy, die Mohammed entbunden hatte, sagte, er sei schnell gekommen, und sie beschrieb, wie sie versucht hatte, den Raum vorzubereiten, ohne zu erwarten, dass das Baby lebend geboren werden würde. Sie fügte hinzu, dass sie, nachdem Mohammed weinend und sich bewegend geboren worden war, schnell den Bereich für eine Lebendgeburt vorbereitete und um Hilfe rief. Frau Khan hielt dann Mohammed fest, bis er starb.

Mr. Nelson stellte einen „natürlichen Tod“ fest. Er erklärte, dass Mohammeds Tod auf eine extreme Frühgeburt zurückzuführen sei, die durch den aus Mitgefühl durchgeführten Schwangerschaftsabbruch aufgrund einer sekundären Ursache von angeborenen Missbildungen herbeigeführt worden sei

[…]

Der Neugeborenenarzt Dr. Dinakar Seshadri, der nach der Geburt von Mohammed hinzugezogen worden war, sagte, angesichts der ernsthaften Schwierigkeiten, die das Baby gehabt habe, sei es richtig gewesen, dass sich seine Eltern für einen Schwangerschaftsabbruch ent-schieden hätten. „Zu dem Zeitpunkt war es eine mutige Entscheidung, und ich glaube, es war die richtige Entscheidung, die sie getroffen haben“, sagte er dem Gerichtsmediziner.

Ein paar Dinge sind hier hervorzuheben.

Erstens beachten Sie bitte, dass jeder hier zu denken scheint, dass die Tragödie nicht darin besteht, dass ein Baby – und keiner bezweifelt, dass es in der Tat ein Baby war – getötet wurde. Die Tragödie sei vielmehr, dass das Baby nicht früh genug gestorben sei, trotz der Versuche, es zu vergiften, so dass es in der Gebärmutter gestorben wäre.

Infolge des Lebenswillens dieses unerwünschten Kindes war seine Mutter gezwungen, dessen Schluchzen zu ertragen, bevor das Gift seinen Lauf nahm und seine Wirkung entfaltete. Die Mutter, so die Experten, sei sehr mutig gewesen, sich dafür zu entscheiden, Mohammed töten zu lassen in Anbetracht der Tatsache, dass er ernsthafte gesundheitliche Probleme gehabt hätte (abgesehen davon, dass er auf Wunsch seiner Mutter vergiftet wurde, wohlgemerkt).

Darüber hinaus behaupten die Mediziner hier, dass der kleine Junge eines „natürlichen Todes“ gestorben sei, weil eine „mitfühlende Abtreibung“ – was in der Tat eine wahrhaft orwellsche Phrase darstellt – angeblich ein „natürlicher“ Weg sei, getötet zu werden.

Während dieses ganzen alptraumhaften Szenarios scheint sich jeder vollkommen bewusst gewesen zu sein, dass es sich um ein Baby handelt, und jeder scheint sich mit der Tatsache vollkommen wohl zu fühlen, dass dieses Baby gerade vergiftet wurde und nicht an natürlichen Ursachen starb, sondern aufgrund eines sorgfältig geplanten Verfahrens, das von den Eltern erbeten und vom Krankenhauspersonal durchgeführt wurde.

Warum sollten wir diesen kleinen Jungen nicht töten, scheinen sie zu suggerieren – schließlich war er defekt und musste deshalb gehen.

Zumindest in Großbritannien scheint es, dass wir die Debatte darüber, ob durch eine Abtreibung ein Baby getötet wird oder nicht, bereits hinter uns gelassen haben. Sie tut es – das geben die Abtreibungsbefürworter offen zu – aber Tatsache ist, dass man meint, dass einige Babys getötet werden müssen – aus Mitleid mit ihnen.

Original aus dem englischen.

Veröffentlicht in <a href="https://www.sundaysforlife.org/de/blog/default/analysen">Analysen</a> am 02. Februar 2021

von: Jonathon Van Maren